Earth Overshoot Day: Was uns der Erdüberlastungstag über den Zustand der Welt sagt.
Der Erdüberlastungstag bezeichnet den Tag, an dem die Menschen alle Ressourcen verbraucht haben sollen, die uns die Erde in einem Jahr bereitstellen kann. Der Tag ist auch ein Armutszeugnis für die Politik und ist immer früher im Jahr. 2025 landet der Earth Overshoot Day sogar Ende Juli. Mehr denn je heißt es: Ressourcen schonen. Wir sagen, wie das richtig gut funktioniert.
von Ludwig. - Lesezeit: 4 Minuten
Um was geht's beim Earth Overshoot Day?
Der Earth Overshoot Day, auch bekannt als Welterschöpfungstag oder Erdüberlastungstag, wird jedes Jahr vom Global Footprint Network berechnet. Der Earth Overshoot Day soll veranschaulichen, wie viel mehr Ressourcen die Menschheit verbraucht, als die Erde nachproduzieren kann. Aktuell verbrauchen wir weltweit so viele Ressourcen, als ob wir 1,75 Erden zur Verfügung hätten.
Erdüberlastungstag: Der ökologische Fußabdruck der Menschheit.
Die Berechnung des Earth Overshoot Day basiert auf dem ökologischen Fußabdruck – deinem Maß für die Ressourcen, die jeder Mensch benötigt, um seinen Konsum zu decken. Diese Berechnung berücksichtigt nicht nur den CO2-Ausstoß, sondern auch die Ressourcennutzung in Bereichen wie Landwirtschaft, Wasserverbrauch und Rohstoffe. Der Earth Overshoot Day zeigt deutlich, dass der menschliche Konsum auf einem nicht nachhaltigen Niveau stattfindet. Mit ihrem jetzigen Lifestyle verbraucht die Menschheit 1,75 Erden pro Jahr. Wir nutzen also 75 % mehr Ressourcen, als die Erde nachbilden kann.
Vor allem der Lebensstil der Industrienationen verschlingt Ressourcen und schadet dem Planeten. Nebeneffekt des Konsums ist der hohe CO2-Ausstoß. Die G20-Staaten sind laut Statistische Bundesamt für 81 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich. Die größten Kohlenstoffdioxidemittenten unter den G20-Mitgliedern sind China, die USA und die EU.
Der Earth Overshoot Day rückt laut Global Footprint Network im Jahr immer weiter nach vorne. 1990 war er noch Mitte Oktober, Anfang der 2000er-Jahre Mitte September, und mittlerweile fällt er schon auf Ende Juli, Anfang August. 2025 ist der globale Earth Overshoot Day laut Global Footprint Network am 24. Juli – und somit nochmal eher als 2024.
Wie die Tabelle zum Earth Overshoot Day zeigt, ist beim Welterschöpfungstag ein Trend erkennbar. Und der verheißt wenig Gutes: Der globale Erdüberlastungstag findet seit Jahrzehnten immer früher statt beziehungsweise rückte das Datum zuletzt nicht weiter nach hinten im Jahreskalender (mit Ausnahme zur Corona-Hochphase).
Tabelle: Datum & Entwicklung des weltweiten Erdüberlastungstag seit 1970.
2025
24. Juli
2024
1. August
2023
2. August
2022
1. August
2021
3. August
2020
16. August
2015
5. August
2010
10. August
2005
27. August
2000
25. September
1990
14. Oktober
1980
8. November
1970
30. Dezember
Quelle: overshootday.org
Rette die Erde – mit Ökostrom oder Ökogas!
Erdüberlastungstag für Deutschland am 3. Mai 2025.
Der Erdüberlastungstag wird auch für jedes Land einzeln berechnet. Würde etwa die ganze Welt leben wie die USA, bräuchte man die Ressourcen von über fünf Erden. Würden alle Menschen leben wie die Deutschen, bräuchte man drei Erden. Entsprechend früher im Jahr sind die Country Overshoot Days. Der German Overshoot Day fällt 2025 sogar schon auf den 3. Mai 2025. Würden alle Menschen auf der Erde so viele Ressourcen verbrauchen wie die Deutschen, wäre der Erdüberlastungstag an diesem Tag. Wie andere Länder beim Overshoot Day abschneiden, siehst du hier:
Ranking: Die USA benötigen am meisten Erden (5,0), dahinter folgt Deutschland mit 3,0 vor der Schweiz mit 2,9.
So wird der Erdüberlastungstag berechnet.
1970 fiel der Erdüberlastungstag noch auf den 29. Dezember. Das ist heute kaum mehr vorstellbar. Doch wie werden die Daten und die Entwicklung des Earth Overshoot Day eigentlich errechnet?
Basis der Berechnung ist die Biokapazität der Erde. Das ist die Fähigkeit der Erde, die vom Menschen verbrauchten Ressourcen zu erneuern und Schadstoffe wie zum BeispielTreibhausgase abzubauen.
Die Biokapazität stellt man dem globalen ökologischen Fußabdruck gegenüber. Dieser misst, wie viele natürliche Ressourcen die Menschheit verbraucht.
Ist der menschliche Verbrauch der Ressourcen größer als der Nachschub, spricht man vom „Overshoot“ – der ökologischen Verschuldung beziehungsweise Ausbeutung.
Vereinfacht lautet die Formel zur Berechnung: Biokapazität der Erde / Bioverbrauch der Erde * 365 Tage.
Quelle: Welthungerhilfe/Global Footprint Network
Überlastete Erde: Wo wir viel zu viele Ressourcen verbrauchen.
Kritik hin oder her: Der Earth Overshoot Day veranschaulicht die Auswirkungen unseres konsumintensiven Lebensstils auf den Planeten und erinnert daran, dass wir zu stark auf Kosten zukünftiger Generationen leben. Wie sehr sich die Welt verändert, sieht man besonders an schmelzenden Gletschern, verschwindenden Seen, Monokulturen oder austrocknenden Landschaften wie in Spanien.
1. Weltweite Lebensmittelverschwendung.
Wohl kaum etwas steht beispielhafter für Ressourcenverbrauch als die enorme Verschwendung von Lebensmitteln, die im Müll landen. 931 Millionen Tonnen Nahrungsmittel landen weltweit Jahr für Jahr im Müll. Schlimm genug. Gleichzeitig hungern auf der Welt laut Welthungerhilfe mehr als 828 Millionen Menschen. Es wäre genug für alle da. Rund 17 % von dem, was weltweit produziert wird geht verloren, weil es bei der Herstellung oder beim Transport beschädigt wird oder in Läden oder Haushalten verdirbt, so die Deutsche Welthungerhilfe.
Mal abgesehen von der Geldverschwendung steckt ein noch größeres Drama dahinter. Die Verschwendung von Ressourcen wie Land, Wasser, Dünger und Arbeitszeit.
"Mit 349 Millionen Betroffenen in 79 Ländern hat sich Hunger zu einem Flächenbrand entwickelt. Rund 900.000 davon kämpfen unmittelbar um ihr Überleben", sagt Martin Frick, Direktor des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP).
4 schnelle Tipps gegen Lebensmittel im Müll.
Essen schon beim Einkauf retten: eine krumme Gurke, eine Dose mit Delle, eine Mango mit Narbe, eine weiche Kiwi.
XXL-Packungen besser meiden (außer du hast eine fünfköpfige Familie), sie verderben irgendwann, wenn sie lange offen sind.
Essen im Kühlschrank retten: Neue Lebensmittel nach hinten sortieren, ältere nach vorne. Offene Konserven in Behälter aus Glas, Metall oder Kunststoff umfüllen.
Food-Sharing-Box im Hausflur mit Nachbarschaft einrichten.
2. Dürre in Europas Gemüsegarten.
Dürren sind oft die Folge klimatischer Veränderungen. Aber nicht nur, manchmal ist auch die falsche Nutzung bzw. Ausbeutung des lokalen Grundwassers eine Ursache. Dürre-Ursachen sind oft komplex und es gibt mehrere Gründe. Eine der schlimmsten und für uns relevantesten Dürren spielt sich in Spanien in Andalusien ab. Andalusien ist das Gewächshaus Europas und versorgt den halben Kontinent mit Nahrungsmitteln. Von Almería etwa wird ein Großteil der Obst- und Gemüseernte nach Deutschland exportiert. Und die Konsument:innen wollen mehr, das ganze Jahr über Erdbeeren oder andere Obst- und Gemüsesorten. Weil der Konsum ungebremst ist, wurde in den vergangenen Jahren auch die Landwirtschaft in Andalusien immer intensiver und braucht mehr Wasser. Die mit Gewächshäusern und Plastikfolien zugepflasterte Landschaft in Südspanien ist ein eindrucksvoller Beleg dafür..
Die Folgen der intensiven Landwirtschaft für die Wasserverfügbarkeit sind dramatisch. Wasser ist zu einer extrem knappen Ressource geworden. 2023 erlebte Andalusien den zweitwärmsten und niederschlagsärmsten März dieses Jahrhunderts und leidet unter einer der schlimmsten Dürren seit dreißig Jahren. Der enorme Verbrauch der Ressource Wasser ist letztlich dem ungebremsten Konsum geschuldet. Fazit: Umdenken dringend nötig.
3. Das dunkle Geschäft mit Fast Fashion.
Die Produktion von Textilien ist super ressourcenintensiv. Ein Beispiel: Eine herkömmliche Jeans mit rund 800 Gramm Gewicht benötigt von der Herstellung bis zu ihrem Lebensende rund 8.000 Liter Wasser. Eine unglaubliche Zahl. Daher gilt die Fast Fashion Industrie auch als besonders umweltschädigend. Die Herstellung von Textilien ist sehr energieintensiv, das fängt schon mit dem Anbau von Baumwolle an.
Das World Resource Institute hat 2017 geschätzt, dass die Modebranche für 5 % der weltweiten Treibhausgase verantwortlich ist. Andere Studien beziffern den Anteil der Branche an den klimaschädlichen Emissionen auf 8 oder 10 %. Hinzu kommen der Einsatz von Chemikalien und Pestiziden und meist sehr schlechte Arbeitsbedinungen für die Angestellten. Die Textilindustrie ist damit ein besonders großer Ausbeuter unseres Planeten.
Es liegt an uns Konsument:innen, für Veränderung zu sorgen. Indem wir etwa nachhaltige und umweltfreundlich produzierte oder gebrauchte Kleidung kaufen. Wenn Fast Fashion nicht mehr nachgefragt wird, denken auch die Unternehmen um.
Die Corona-Pandemie war eine kurze Verschnaufpause beim Anstieg der weltweiten energiebedingten CO2-Emissionen. Doch nach der Pandemie haben die Treibhausgasemissionen wieder neue und noch nicht da gewesene Höchststände erreicht. Der globale Hunger nach Energie ist offensichtlich ungestillt.
Die energiebedingten CO2-Emissionen seien 2022 zum Vorjahr um 0,9 % oder 321 Millionen Tonnen gestiegen und hätten einen Höchstwert von mehr als 36 Milliarden Tonnen erreicht, teilte die Internationale Energieagentur (IEA) 2023 mit. Die IEA fordert "verstärkte Maßnahmen zur Umstellung auf saubere Energien". Internationale und nationale Konzerne, die mit fossilen Brennstoffen wirtschaften, machten zuletzt Rekordumsätze, so die IEA.
Ob Abholzung in Deutschland für Brennholz oder Kahlschlag in den Regenwaldgebieten Südamerikas, Afrikas oder Südostasiens: Der Raubbau an unseren Wäldern ist ein globales Problem. Abgeholzte Wälder setzen Unmengen an CO2 frei und dazu fällt der Lebensraum für Tiere und Pflanzen weg.
Zwar hat sich die Geschwindigkeit der Abholzung etwas verlangsamt, wie Daten der FAO zeigen. Dennoch verschwinden aufgrund unseres enormen Ressourcenbedarfs an Holz, Weide- und Ackerflächen laut WWF jedes Jahr im Schnitt 13 Millionen Hektar Wald.
Der größte Waldvernichter ist der Mensch: Gesunder Wald wird umgewandelt in Nutzflächen für die Landwirtschaft, unser Konsum von Fleisch, Soja, Palmöl & Co. steht in direktem Zusammenhang mit dem Verschwinden von Wald weltweit, so der WWF.
Das Meer an Gewächshäusern in Südspanien ist sogar aus dem All zu sehen, wie das Foto der NASA aus dem Mai 2022 zeigt. Foto: NASA Earth Observatory
5 Tipps: Wie du deinen Ressourcenbedarf senkst.
Nicht alle, aber viele sollten runter von unserem Konsumtrip. Die Menschheit hat die Kapazitäten der Erde fast erschöpft, der ökologische Fußabdruck ist zu groß. Es reicht nicht, nur CO2 einzusparen. Wir sollten tatsächlich unseren Ressourcenverbrauch insgesamt senken. Wasser, Biomasse und Böden sind überlebenswichtig für uns und die Umwelt. Es braucht einen bewussten Lebensstil, um den Erdüberlastungstag wieder später im Jahr zu haben. Das können wir im Alltag dafür tun:
Tipp 1: Geh sparsam mit Wasser um.
Egal wo und wann: Wasser zu sparen wird immer wichtiger, auch in Deutschland. Du denkst dir jetzt vielleicht, wir wohnen doch nicht in der Sahara, wozu also auf den Umgang mit Wasser schauen?! Ganz so einfach ist es eben nicht. Wasser ist in Deutschland inzwischen zu einem knapperen Gut geworden. Besonders spürbar war dies in den letzten Sommern, vor allem 2018. Doch auch in den kälteren Monaten ist weniger Wasser in den Böden als in den 1980er-Jahren, wie der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums zeigt. Große Teile Deutschlands kämpfen längst mit erheblicher Dürre. Wir sollten also auf den Wasserverbrauch achten.
Mit diesen Tipps sparst du zuhause Wasser.
Verwende das Nudelwasser noch zum Blumen oder Rasen gießen.
Dusche öfter und bade seltener.
Tausche die alte Waschmaschine oder Spülmaschine gegen ein neues effizientes Gerät.
Überlege dir im Sommer zweimal, ob du deinen Garten wirklich wässern musst.
Nutze Regenwasser zur Bewässerung von Garten und Balkonpflanzen.
Baue wassersparende Armaturen im Bad und Techniken (Toilettenspülung) ein.
Tipp 2: Vermeide Plastik.
Eigentlich weißt du, dass Plastik ein Problem ist und du es vermeiden – oder wenigstens reduzieren – solltest, um deinen ökologischen Fußabdruck zu senken. Aber im Supermarkt ist dann eben doch alles in Plastik eingepackt. Da kann man halt nichts machen. Doch.
Verzichte im Supermarkt auf Plastikverpackungen, zum Beispiel bei Obst und Gemüse. Das ganze Plastik muss ja auch natürlichen Rohstoffen hergestellt werden, zeigst du Plastikverpackungen aber die Rote Karte, muss auch weniger Plastik in Umlauf und hergestellt werden. Nimm einfach einen Korb oder Jutebeutel zum Einkaufen mit. Wenn du den Beutel fest in deiner Tasche verstaust, hast du ihn immer griffbereit. Verpackungsfreie Supermärkte sind auch eine tolle Alternative, um noch mehr Müll zu reduzieren. Plastikflaschen vermeidest du ganz easy, indem du dir eine Trinkflasche aus Glas zulegst. Und auch beim Kaffee holen kannst du deinen eigenen Becher oder einen Mehrwegbecher nutzen. Um Müllberge beim Essen holen zu vermeiden, setzen wir bei Polarstern auf Mehrwegboxen. Die machen natürlich auch privat Sinn.
Tipp 3: Kaufe Lebensmittel regional und saisonal.
Nicht nur beim Thema Plastik ist es wichtig, was in deinem Einkaufswagen landet. Mit dem Kauf lokaler Produkte sparst du CO2-Emissionen für weite Transportwege und unterstützt gleichzeitig lokale Betriebe. Wenn du die Möglichkeit hast, auf Bauernmärkte oder sogar direkt bei einem Bauernhof einzukaufen: noch besser.
Dazu gehört auch der Kauf saisonaler Produkte. Dass hier in Deutschland im Januar keine Mango wächst, weiß jedes Kind. Und besonders gut schmeckt so eine unreife Frucht im Winter meistens auch nicht. Frischer Spargel im Frühling und Erdbeeren vom Feld im Sommer sind hingegen unschlagbar. Und dazu sind sie natürlich und durch die Sonne gereift. Der Ressourcenverbrauch, der für Gewächshäuser draufgeht, die dir das ganze Jahr Obst und Gemüse nach Wunsch liefern, ist kein Zuckerschlecken. Und natürlich ist das schon gar nicht.
Tipp 4: Kaufe Second Hand und recycle.
Neue Produkte zu kaufen ist nicht so nachhaltig wie die Nutzung bestehender Produkte: Das ist eine gute Faustformel. Besonders bei Elektronik und Kleidung kaufen wir immer mehr, obwohl alte Produkte noch lange nicht das Ende ihres Lebens erreicht haben. Meist liegt das bei Klamotten daran, dass das gleiche Sommerkleid oder T-Shirt fünf Jahre am Stück dann doch irgendwann langweilig wird. Die Lösung: Kleiderbörsen nutzen, Secondhand-Läden aufsuchen und mit Freund:innen Kleidung tauschen. Das ist nachhaltig und günstig, und du trägst auch nicht mehr die gleiche Bluse von H&M wie alle anderen. Wenn du etwas Neues möchtest: Entscheide dich für Fashion von Social Businesses und achte auf Umwelt-Labels (u. a. Blauer Engel, Fair Wear, Naturland), die dir im Modebereich sagen, ob die Jeans etc. ressourcenschonend produziert worden ist.
Nachhaltigkeit geht nicht nur beim Thema Mode: Auch Fahrräder oder Handys und Kaffeemaschinen können wunderbar gebraucht gekauft, repariert (ein heißer Tipp sind Repair Cafés) und recycelt werden. Je weniger allgemein produziert wird, desto mehr Ressourcen schonen wir.
Tipp 5: Reduziere den CO2-Ausstoß bei Energie und Mobilität.
Dass wir CO2-Emissionen unbedingt reduzieren müssen, wissen inzwischen (fast) alle. Zeit, wirklich etwas dafür zu tun. Nicht nur bei der Energieversorgung, sondern genauso bei deiner Mobilität. Wir sind viel unterwegs – für die Arbeit und auch privat. Sauber und ressourcenschonender kommst du an, wenn du öfter mit dem Fahrrad oder den Öffis ins Büro fährst und Sharing-Angebote für Elektroautos und -roller nutzt. Jede Fahrt weniger mit einem Verbrennerauto (aber auch einem Elektroauto) spart Ressourcen in Form von Rohstoffen. Flugreisen sind besonders schlecht für dein CO2-Konto und den Planeten. Wenn es gar nicht anders geht, kannst du deinen CO2-Ausstoß kompensieren. Worauf du bei CO2-Kompensation achten solltest, erfährst du hier.
Wenn du ein Elektroauto hast, lade es mit wirklich sauberem Strom – zum Beispiel mit Autostrom von Polarstern. So senkst du deine CO2-Emissionen bei der Mobilität schlagartig auf null. Für dein gesamtes Zuhause kannst du das übrigens mit unserem ausgezeichneten Wirklich Ökostrom tun.
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Wie Ressourcenverbrauch auch in Deutschland zum Problem wird.
Der Erdüberlastungstag zeigt uns die Grenzen auf, die es eigentlich gibt, die die Menschheit mit ihrem Konsum und Ressourcenverbrauch aber ignoriert.
Ein Beispiel für den ökologisch maßlosen Umgang mit unserem Planeten ist Wasserstress. Wasserstress, also akuter Wassermangel durch Trockenheit oder Ausbeutung von Wasserreserven, bedeutet ein steigendes Risiko für Umweltprobleme und wirtschaftliche Schwierigkeiten. Das Phänomen wird immer mehr zum Problem – und bedroht laut ThinkTank World Ressources Institut schon jetzt rund ein Viertel der Weltbevölkerung.
2019 hat die Denkfabrik 17 Länder ausgemacht, die unter besonders großem Wasserstress leiden. Darunter sind: Indien, Katar, Iran, Israel und auch San Marino. Neben Nordafrika und dem Mittleren Osten wird Wasserknappheit im Mittelmeerraum zum Problem.
Wasserstress: Deutschland verliert so viel Wasser wie im Bodensee ist.
Auch Deutschland hat ein Problem mit Wasserknappheit. Laut Analysen der Satellitenmission „Grace“ ist Deutschland eine der Regionen mit dem höchsten Wasserverlust weltweit. Die Grace-Satelliten messen Veränderungen der Schwerkraft der Erde, die zum Beispiel durch den unterschiedlichen Wassergehalt in Grundwasserkörpern entstehen. Expert:innen zufolge liegt der Wasserverlust seit der Jahrtausendwende pro Jahr bei 2,5 Kubikkilometern. Oder anders ausgedrückt: Seit dem Jahr 2000 hat Deutschland so viel Wasser verloren, wie im Bodensee ist. Krass. Und apropos Bodensee: 2025 hatte er den zweitniedrigsten Pegel im April seit Beginn der Messungen, weil es zu wenig regnet und immer weniger Schmelzwasser aus den Bergen kommt.
Bislang wurde die Entwicklung von Staaten nach dem Human Development Index (HDI) bewertet. Dieser Indikator sagt etwas über den Lebensstandard in einem Land aus, quasi eine Art Wohlstandsindikator. Es geht vor allem um Lebenserwartung, Gesundheitsversorgung, Ausbildung und Kaufkraft. Er ignoriert aber, mit welchen Konsequenzen diese Entwicklung für das Klima und die Umwelt einhergeht. Um dieses Paradox aufzuzeigen, hat der Anthropologe Jason Hickel den Sustainable Development Index (SDI) konzipiert, der mehr über den ökologischen Fußabdruck einer Nation aussagt.
Polarstern plant und installiert gemeinsam mit Africa GreenTec in Madagaskar eine solar Stromversorgung in kleinen Dörfern. Als Kund:in unterstützt du dieses Engagement.
Deutschland auf Rang 140 – Costa Rica auf Platz 1.
Auf Platz 1 liegt Costa Rica, vor Sri Lanka und Georgien. Die besonders "entwickelten" Länder wie in Europa, die USA oder Australien liegen auf den hintersten Plätzen. Deutschland belegt im SDI-Ranking nur Platz 140 von 165 Nationen, Japan ist 145. und die USA liegen auf dem 160. Platz. Schlusslicht im SDI-Index ist der Stadtstaat Singapur.
Ausgewählte Länder des Sustainable Development Index:
Land
SDI-Wert*
HDI-Wert**
Costa Rica
0,850
0,810
Brasilien
0,747
0,765
Kambodscha
0,640
0,594
Madagaskar
0,568
0,528
Frankreich
0,490
0,901
China
0,461
0,761
Deutschland
0,351
0,947
Japan
0,310
0,919
USA
0,163
0,926
Katar
0,154
0,848
*aktuellste Werte von 2019
**aktuellste Werte von 2020
Die Länder des globalen Südens bekommen den Klimawandel stärker zu spüren als wir, obwohl ihr ökologischer Fußabdruck meist viel besser ist. Dazu gehört auch Madagaskar, wo Dürren und Hungersnöte leider keine Seltenheit sind. Deshalb bringen wir gemeinsam mit unserem Partner Africa GreenTec erneuerbare Energie und Infrastruktur nach Madagaskar – für mehr saubere Solarenergie und weniger fossilen Ressourcenverbrauch. Als Kund:in von Polarstern unterstützt du diese weltweite Energiewende mit jeder verbrauchten Kilowattstunde Ökostrom oder Ökogas.
Fragwürdige Berechnung: Kritik am Earth Overshoot Day.
Der Earth Overshoot Day ist ein großes Ereignis, steht aber auch hin und wieder in der Kritik. Im Prinzip ist das Konzept und die Herangehensweise auch gut. Denn so oder so regt der Tag zum Nachdenken an. Es gibt aber auch Skepsis. Wir fassen zwei Hauptkritikpunkte des Erdüberlastungstags zusammen.
1. Starke Vereinfachung einer komplexen Berechnung.
Das Global Footprint Network wirbt damit, die Wissenschaft hinter den Berechnungen sei so "einfach wie Zufußgehen". Simpel ist die Methodik aber schon deshalb nicht, weil die Flächenbedarfe für verschiedene Länder und Nutzungsarten mit mehreren Ausgleichs- und Umrechnungsfaktoren sowie mit globalen Durchschnittswerten bearbeitet werden, um sie vergleichbar zu machen. Hinter dem Fußabdruck steht vielmehr ein komplexes Rechenverfahren, mit dem Flächenverbrauch für Siedlungen, Ackerbau, Viehweiden, Fischerei, Waldprodukte und die Entsorgung der CO2-Emissionen ermittelt werden. Der Earth Overshoot Day ergebe sich am Ende aus dem Verhältnis von weltweit vorhandener zu benötigter Nutzfläche. Eine problematische Formel, weil sie andere Umweltfolgen des Konsums außen vorlässt.
Die globale Erwärmung ist per se aber kein Flächenproblem, wie es das Global Footprint Network vorzugeben scheint. Wenn mehr CO2 auf kleinerer Fläche gebunden werden könnte, würde sich der Indikator verbessern, obwohl die Emissionen gleich blieben. Am Ende ist der Erdüberlastungstag also eine stark vereinfachte Annahme komplexer Realität.
2. Übergewichtung von CO2 und CO2-Senke Wald beim Earth Overshoot Day.
Dass trotz der Probleme bei der zugrunde liegenden Berechnung jedes Jahr ein Earth Overshoot Day mit einem globalen Fußabdruck verkündet wird, liegt an den CO2-Emissionen. Sie spielen die zentrale Rolle bei der Berechnung des Fußabdrucks.
Das Global Footprint Network setzt in seinem Budget nämlich an, welche Waldfläche nötig wäre, um alle menschlichen Emissionen biologisch in Holz einzulagern statt wie jetzt in der Luft – eine Strategie, die niemand im globalen Klimaschutz aber ernsthaft verfolgt. Und zudem werden Wälder ja wieder gerodet und CO2 wird erneut frei, die Funktion der CO2-Senke gilt dann nicht mehr. Kohlenstoffspeicherung in Wäldern war in den Daten von 2022 für 60 % des Flächenbedarfs der Menschheit verantwortlich, schreibt spektrum.de. Dabei werde das Kohlendioxid, das der Ozean aufnimmt, in der Formel einfach abgezogen – ohne ökologische Schäden durch die Versauerung der Meere einzubeziehen.
Ludwig ist ausgebildeter Journalist und hat viele Jahre bei einem großen Medienhaus in München gearbeitet. Bei Polarstern ist er Redakteur im Marketing-Team und schreibt Artikel für das Polarstern-Magazin und Neuigkeiten für unsere Newsletter. Außerdem kümmert er sich um Events wie die Earth Hour und den Isar Cleanup.